Grußwort des Bürgermeisters zum 296. Rudolstädter Vogelschießen

„Meine Charlotte, wie auch meine Tochter Caroline, mußten alleweil mit mir zum Vogelschießen – als echte Rudolstädterin vergnügte ich mich nach Herzenslust.“
Diese trefflichen Zeilen hat uns Luise von Lengefeld hinterlassen, in deren Haus Friedrich Schiller 1787 seine Leidenschaft für Caroline und seine spätere Frau Charlotte entdeckte und in dem er Johann Wolfgang von Goethe vor 230 Jahren erstmals begegnete.

Der gern in Rudolstadt weilende Schiller besuchte das „berühmte Vogelschießen“ als Mitglied der Rudolstädter Schützengilde, obwohl er nicht „tauge für laute Gesellschaften.“ Goethe, der das 225 Jahre alte Rudolstädter Theater von 1794 bis 1803 leitete, ließ es sich nicht nehmen, auf dem Vogelschießen zu lustwandeln und das Bad in der Menge zu genießen.
Der Dichterfürst feierte ausgelassen mit der Bratwurst in der einen und einem Mädchen in der anderen Hand.

Die Errichtung des damals Komödienhaus genannten Theaters hatte Fürst Friedrich Karl von Schwarzburg-Rudolstadt angeordnet, um den Bürgerinnen und Bürgern der Region für die Zeit des Vogelschießens Bildung und Kultur zu vermitteln.

Heute feiern wir dieses liebenswerte Traditionsfest gemeinsam mit hunderttausenden angereisten Gästen, die herzlich willkommen sind.

Freuen Sie sich auf klassische, neue und spektakuläre Attraktionen von der nostalgischen Wahrsagerin Odessa bis hin zu dem welthöchsten mobilen Kettenflieger: dem 80 Meter hohen „Around the World XXL“.

Lassen Sie sich von den ausgewählten Schaustellern, Festwirten, Künstlern und Vereinen unterhalten. Erleben Sie, wie Rudolstädter Schützen alte Traditionen beleben.
Tauchen Sie ein in die kulturvolle Atmosphäre, die das größte Volksfest in Thüringen so unverwechselbar macht. Vergnügen Sie sich wie einst Luise von Lengefeld „nach Herzenslust“!

Ihr

 

Jörg Reichl
Bürgermeister